Das Projekt "Koblenz Analog" wurde 2011 von Martin Lilkendey, Dozent für Fotografie an der Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz ins Leben gerufen und 2016 an Studierende der Bildenden Kunst übetragen.

ANALOGE FOTOGRAFIE KOBLENZ

 

Nun, da sich die digitale Fotografie im Profi- und Amateurbereich durchgesetzt hat, muss die alte Technik sicherlich nicht mehr  grundsätzlich künstlerisch in Frage gestellt werden. Niemand würde heute noch ohne ästhetischen oder explorativen Grund zur alten Technik greifen. Gerade weil sich das analoge vom digitalen doch sichtbar in ihrer kaum greifbaren aber fühlbaren und fehlerhaften Unkontrollierbarkeit unterscheidet, bietet sich mithin ein großes Potential. Die Zusammenwirkung von Bild und Motiv mit dem Schwerpunkt des Bildes entwickelt eben durch die Loslösung vom abbildhaften Fotoshooting eine Selbstreferenz, die in der Kunst zu Hause ist. Die Erfindung der Fotografie löst die Malerei im 19ten  Jahrhundert von ihrer Bestimmung der Abbildung. Streng genommen ist es auch die Fotografie, die die Druckgrafik im 20ten Jahrhundert von ihrer Bestimmung der Reproduktion befreit. Jetzt erlöst die Fotografie sich selber durch eine neue digitale Technik und hinterlässt nur noch die Künstler mit ihrem Analogmaterial. Deutlich wurde dieses Phänomen mit der Aufgabe der Sofortbildkameras, deren vermeintlich minderwertige Abbildungsqualität durch die Schnelligkeit und Bequemlichkeit für Amateure in Kauf genommen wurde, bis die Digitalkameras das besser konnten. Aber gerade die besondere Qualität der Polaroids hat ihre Ästhetik als App wieder zurück in die digitale Welt katapultiert, um die kaltscharfen digitalen Bilder schöner und interessanter zu machen.

 

Aber das echte Sofortbild, mit seiner absoluten Einzigartigkeit, erhält sich tatsächlich in der künstlerischen Nische durch das Projekt Impossible oder durch neu erschienene Sofortbildkameras  zum Beispiel aus dem Hause Fuji. Wer damit Bilder macht  interessiert sich aber bestimmt mehr für das Bild als für das Motiv.

 

Die Möglichkeit einen künstlerischen Diskurs zu führen, fokussiert nun auch die analoge Fotografie mehr denn je, weil die Entwicklung den Fotografen zwingt sich selber mit der Technik auseinanderzusetzen,Fehler zu machen und diese sogar zu provozieren, um eine möglichst eigene Bildlösung zu finden. Das Verständnis für das, was Kunst sein kann, wächst so ganz selbstverständlich.

 

Wie viele andere auch, nutzen wir die analoge Fotografie weiterhin und präsentieren unsere Arbeit in einer traditionellen Fotomappe in kleiner Auflage. Die ausgewählten Arbeiten müssen mindestens einen analogen Anteil in der Herstellung aufweisen.

 

Der Erlös der Mappe wird direkt in die analogen Fotografie (Labor, Technik)am Campus Koblenz investiert.

 

 

ANALOG PHOTOGRAPHY KOBLENZ

 

Nowadays, since digital photography has become prevalent in the domain of professional- and amateur-photography, the old technique certainly does not have to be questioned in its artistic means. Today, no one would use the old technique without any aesthetic or explorative reason. Precisely because the analog photography differs visibly in its barely tangible but palpable and flawed non-controllability from the digital, a huge potential is inherent. The interaction of the picture and motive – whereby the emphasis is on the picture – evolves exactly through the disentanglement from therepresentational photoshoot a self-reference that is at home in the world of the fine arts. The invention of photography in the 19th century has freed the painting from its purpose of depicting. Strictly speaking, it is also photography that has detached printing from its purpose of reproduction in the 20th century. Eventually, photography improved and the new digital technology left the artists with their analog material behind. This phenomenon is most obvious when looking at an instant camera’s function: its alleged poor quality was accepted because of its swiftness and convenience for amateurs until digital cameras improved and could do itbetter. But especially the exceptional quality of a polaroid has catapulted its aesthetic into the digital world (apps) to make the cold, extremely keen digital photographs more beautiful and interesting.

 

However, the real instant – and, hence, unique – photograph actually survives through projects such as Impossible or new instant cameras such as by Fuji in the artistic niche. Certainly, people who take photographs with those cameras are more interested in the picture/photograph itself than the motive.

 

Now, more than ever, artistic discourses focus on analog photography since the development forces the photographers to grapple with the technique, to misdo and even to provoke blunder with the aim to find an individual pictorial style. So, the appreciation of what can be art grows naturally.

 

Like many others, we still use analog photography and present our work in a traditional photography-portfolio in a limited number of copies. The chosen photographical works need to have at least one analog part in their development.

 

The income  is invested into analog photography (lab, technics) at Campus Coblenz.

 

 

 

 

 

 

Autor: Martin Lilkendey